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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Specielle Poetik.

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Theorie der Dichtungsarten,

tz. i.

Eintheilung.

^er Dichter wählt sich entweder willkührlich irgend einen in-dividuellen G eg e n sta nd, den er in Beziehung auf die zuerweckende Empfindung des Schönen darstellt; oder er bindetsich an kein bestimmtes Object, und das Schöne erscheint alssubjective Gemürhsstimmung. Hieraus entsteht im erstem Falldie darstellende Poesie, im zweyten die lyrische.

Die darstellende Poesie zerfällt wieder in histori-sche, beschreibende, didaktische und allegorische.

§. 2.

Wesen der Lyrik.

Lyrisch hieß den alten Griechen jedes Gedicht, wel-ches, eine Gemüthsbewegung darstellend, geeignet war, mirBegleitung der Lyra vorgetragen zu werden. Lyrisch nen-nen die Neue rn , diejenige Dichtungsart, in deren Pro-duclionen der Dichter, ohne an einen individuell bestimmtenGegenstand gebunden zu seyn , sein innerstes Leben im Zu-stande des aufgeregten Gefühls unmittelbar darstellt.

Die lyrische Poesie ist demnach rein subjectiv. Dieäußern Gegenstände (That oder Sache) geben dem lyrischenDichter nur die Veranlassung 'zur Darstellung der Eindrücke,welche dieselben auf sein Gemüth machen. Er wird also die