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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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Th alia.

Seit uns Archytas entfloh, erlosch die heilige Flamme,

Selbst der Funken erlosch, den wir so lange gehägt!

E u p h r o s y n e.

Liebend kehr' Er zurück, das hofften wir lange mit Schmerzen,Aber grausam ist Er, sürcht' ich, auf immer entfloh'n!

A g l a j a.

O, wie liebten wir Ihn! an unserm Herzen gepfleget.

Blüht Er, ein Liebling der Kunst, von Göttern und Menschen ge-liebt!

Thalia.

Ach, wie liebt Er auch uns! mit frischen Rosen bekränzetFand uns der Morgen, es fand Hesperus duftend uns so.

Euphrosyne.

Weißt du, wie er so hold die Fernherwaller empfangen?Fremdlinge waren ihm werth, weil sie der Vater gesandt.

Aglaja.

Und der Genius barg die hoch aufstrebenden SchwingenOft in's prunklose Kleid, welches den Pilger umhüllt.

Thalia.

Ach, erwecke sie nicht die kaum entschlummerten Schmerzen!Hier saß Plato, dort saß sanft ihm Archytas gesellt!

E u p h r o s y n e.

Und die liebliche Rede, sie floß von den Lippen der Weisen,Wie der Hymettus ergießt duftendes Honig und Öhl.

A g l a j a.

Wie der socratische Scherz die kleinen Becher umblühte,

Die wir mit Knospen der Ros' und mit der Myrthe gekränzt!

Thalia.

Dunkel umhüllet unS nun, wir trauern verlassen im Staube.'Und die Erinnerung selbst ist nur ein herberer Schmerz!