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Siehe! der schimmernde Nacken ist bloß, und die glänzende
Schulter,
Nacket der mandelblühende Arm, und es knüpfet der GürtelLose das wehende Kleid; geh, gleiche dem zärtlichen Schäfchen,Welches zuerst sein wolliges Haar der Spinnerinn reichte.
Sieh! ich ließ es daheim in wärmender Halle verschlossen.
Die Jungfrau.
Sechzehn Sommer Hab' ich geseh'n, und als ich zu schauenErst begann, im Arme dir saß — da spielt' ich in greisenLocken dir scbon; du. Lieber, du bist nicht jünaer gewordenUnd noch ruhest du nicht, und beschämst die rüstige Jungfrau;Denn früh wohnst du auf Bergen, im Thal und spät mit der
Heerde,
Scheuest nicht Regen und Sturm und die schauernden Lüste der
Dämm'rung.
Geh du, Bester, und ruhe dich aus in der Kammer, es sollenAlle dir dienen, denn vieles vermag die Fülle des Hauses;
Mich laß weiden die Hesrd', es ziemt zu dulden der Jugend.
Der Alte.
Freundliches Kind, wie schmeichelst du mir mit den kosenden
Worren!
Wie mit den glänzenden Armen umfähst du die Schulter des Alten!Oftmahls hast du mir auch in das Haar die Blume gewunden.
Hast mich getränkt mit der Milch, mir die duftenden Früchte ge-brochen.
Siehe! du spielst liebkosend mit mir, als sey ich ein Kiudlein;
Nie so hast du dem Vater und nie der Mutter geschmeichelt.
Die Jungfrau.
Lieber, es dünkt mich der freundliche Greis wie die zärtliche
Kindheit
Weich und liebebedürstig und schmeichelnder Wort'; und den
Mägdlein
Quillt in dem Innern ein lieblicher Quell der schmeichelnden Rede.Sah ich doch oft die Freundinn, die Frühvermählte der Jung-
srau'n.
Wie sie den Säugling im Arm sich über ihn neigte, den LippenUnerschöpflich und zart, wie der Nachtigall, SüßeS hervorquoll.