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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Der Greis und die Jungfrau.

Der Alte.

Schau' du Mädchen! du folgst mir so früh zu der lustigen Wald-höh'?

Kaum ist die Röche des Morgens herab auf die Wipfel gesunken/Doch, jungfräuliches Kind, bist du frühe dem Lager entwichen.Wo dir die zärtlichen Glieder der purpurne Teppich gedeckt hielt.Diesen erkauft' ich, ein köstlich Erwerb an den fremden Gestaden,Für die Geliebte, die mein in der Heimath harrte mit Schmerzen»Fröhlich bettet' er mir das bräutliche Lager, es schenkt' ihnDir mein Weib, als sie starb, der Enkelinn, welche sie liebte.Oftmahls saß ich bey dir am kindlichen Lager, der VorzeitVielgedenkend, und lullte dir Schlaf mit altem Gesang zu.Warum schlummerst du jetzo nicht mehr in melodischen Träumen?

Die Jungfrau.

Sorglicher Alter, was zürnest du mir? es rührte mit leichtemFinger die Frühe mich an, als ein drückender Traum mich ge-faßt hielt.

Heit'rer ward ich, und suche nun dich in erquicklicher Stunde,

Daß du nicht einsam weilst, wenn du hütest die Heerde der

Mutter.

Der Alte.

Sieh! der kühlende Thau noch zittert auf Gräsern und Blumen,Und er benetzt dir die Füßchen, die weiß und zart wie des

Waldes

Anemonen erblüh'n. Geh! kehre der Mutter, mein Liebchen.

Die Jungfrau.

Ja, die Mutter, die lobt, was im Sinn dir Tadel erscheinet;Mädchen, ruft sie, wohlauf! es schimmert im Lichte die goldneLlüthe des CptisuS schon, eS bewegt das Gefieder die Taube;Siehe! schon leitet der Alte, der nimmer ruhet, die Herd' aus.

Der Alte.

Kind, es bewegt noch frisch wie zu Nacht die Bäume das Lüftchen;Schutzlos trägst du das bräunliche Haar in den Knoten ver-schlungen, .