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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
365
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Ertönte ihm der Dank zurück.

Indessen

Entfernte heimlich sich der Jungfrau Mutter.

Nicht lange blieb die Wachsame entferntVon ihrem Hause und den jüngern Kinder».

Doch störte sie der Tochter Freude nicht,

Und ließ ihr nur die Warnung, nicht zu spätDer kühlen Luft sich auszusetzen. AlsDes Abends Dämmerung nun niedersank,UndjStille rings die Flur bedeckte, daErhob die Jungfrau sich, und zu dem JünglingBegann sie: »Zeit wird es, mein Julius,

Daß zu der Mutter ich zurücke kehre;

Schon wird es dunkel."

»Nicht doch, Liebe," riefDer Jüngling, »sieh, den Horizont verließJa kaum die Sonne, deutlich sah ich nochAuf dieser lieben Hand das leichte BlauDer sanftgeschlungnen Adern, sähe nochDas süße Lächeln deinen Mund umschweben,

Und höher jetzt der Wangen Rosen glüh'n ;

Noch ist es hell!" Erröthend schmiegte sichAn seinen Arm die Liebliche. »Laß nicht,

Du guter Julius," so sprach sie, »unsDer Mutter Sorgfalt, leichten Sinns, verschmäh'nNicht furcht' ich zwar, du weißt's, die kühl're LustDes Abends, aber ungern möcht' ich doch,

Daß meinetwegen, wenn auch ohne Grund,

Die Mutter Sorge hätte; ist's doch LiebeAllein, die sie für mich so sorgsam macht!"

»So recht, mein liebes Kind," erwiederteDer Greis, »wohl ruhet in der Älter» BrustDie Sorge nie für ihre Kinder! wieDie Blume, die im Sommer euer Aug'

In buntem Schmuck erfreute, nun entblättertAm braunen Stängel hängt, und allen Saft,

Den sie der Erde Schooße jetzt entzieht,

Der Bildung junger Keime weiht, die in

Dem Samenkorne sich verbergen; so

Ist nicht sein eig'nes Wohl des Menschen Ziel»