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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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56r

»Ja wohl dein guter Geist,"

Erwicdcrte der Freund, »der liebend dichDurch dieses Leben stets begleitete,

Der sichtbar dir zur Seite steht, und nurEntwichen scheint, um seinen Nahmen nichtZu hören. Deine Gattin» war's, die michGeheimnißvoll zu dieser Stunde hierAn diesen Ort beschied, und täuscht mich nichtDie frohe Ahnung, so errath' ich fastDas fröhliche Geheimniß."

»Halt! errathen,"

So sprach der Greis, »soll nicht der Freund, was ihmDes Freundes Mund froh zu entdecken eilt.

Sieh meinen Julius und meine Emma!

Mein, sag' ich, denn zur Tochter gab sie mirSich heute, und zum Gatten wählte sieSich meinen Julius. Bald, Lieber, baldSprichst du der Kirche Segen über beyde."

»Und meines Herzens beste Wünsche schonVoraus," erwiederte der Freund, »ich liebteVon Kindheit an euch bepde. Eurer LiebeNoch zarten Keim sah ich sich früh entwickeln.

Euch selbst noch unbewußt, und schön hat erZur rollen Blüthe sich entfaltet. NieWird euch des Lebens Freude flieh'n, so lang'

Euch unverwelkt die schöne Blume-blüht."

Indessen hatte die wirthschastliche,

Verständ'ge Hausfrau still das Mahl bereitet.

Und aus dem schöngeflochtnen Korbe nahmSie jetzt das reinliche, schneeweiße Tischzeug,

Mit eig'nen Händen in den AbendenDeS kalten Winters von ihr zubereitet.

Selbst deckte sie den runden Tisch; denn ungernSah es der Vater, wenn der Diener ScharDie freye Rede dienend unterbrach.

Mit leichter Anmuth half die holde JungfrauDer Mutter in dem häuslichen Geschäfte,

Und vor der Laube Thür empfing sie, wasDie Diener und die Mägde brachten. SchnellZum Tische trug sie es, damit die Mutter