355
Catalina.
Ach, Mutter, ja ein RosenkranzHüpft auf und ab im Wogentanz!
Wie schön die lieben Blumen glänzen! »-rO könnt' ich ihn damit bekränzen!
Althea.
Dort wölbt sich einer Kirche hoher Dom.
Wie macht der hehre Anblick uns so fromm!
Catalina.
Und sieh! wie herrlich ist zu schauenEin Zug von Männern und von Frauen,
Die alle wunderschön geschmückt!
Nun kommt ein holdes, junges Paar;
Sie trägt ein Myrthenreis im Haar,
Und Er scheint allerliebst entzückt.
Und ihnen folgt Musik,
Und noch mehr frohe Gäste —
Fürwahr, das geht zum Hochzeitfeste lQ welches Glück!
Althea.
Du keckes Kind! wer wird so weltlich denken!
Die Kirche soll uns zur Erbauung lenken!
Doch sieh! Dort strahlt, so wahr ich lebe,
Gar freundlich unser kleiner GartenUnd uns're nied're Hütte. —
Catalina.
Und nun — wie seltsam das sich fügt! —
Dort — an die Pinie in voller Blüthe
Hat sich ein Jüngling lauschend angeschmiegt --
Althea. '
Nun fühl' ich erst, daß meine blöden AugenNicht viel mehr taugen!
Den ganzen Hochzeitschwarm könnt' ich nicht sehen.
Und kann nun auch den Jüngling nicht erspähen.
Z 2