Leichtlich an der Zügel schlaffer Senkung,
Daß kein Gott sie heute führt.
Aber Phästhon, jeht nah dem Ziele,
Weidet sich an nie empfand',wr Lust;
Ihn durchschauern himmlische Gefühle,
Reinern Äther trinkt die heiße Brust.
Nun entkerkert aus der Erde Schranken,
Fleugt er auf zu seines Ahnherrn Thron,
Naht sich kühnern Schwungs und sonder Wanken,Fühlt sich ganz des Gottes Sohn.
Schon entschwindet seinem Blick die Erde;Ihn erreicht ihr trüber Dunst nicht mehr.
Rascher treibt er jetzt die Sonnenpferde;Ungeduldig schweift sein Aug' umher.
Gölterodem glaubt er schon ihm wehen.
Duftend von Ambrosia sein Haar,
Achtet nur der lang' ersehnten Höhen,
Leicht.der drohenden Gefahr.
Doch die Rosse fühlen kaum den WagenNur gelenkt von unvorsicht'gem Mulh,
So beginnen sie erzürnt zu jagen.
Unaufhaltsam raf't die blinde Wuth;
Drohet bald der Götter hohe SitzeZu zerstören» aber bald auch drohtDes verirrte» Wagens nahe HitzeTellus Untergang und Tod.
Da erschrickt der Jüngling, und die ZügelSinken aus des Todumringten Hand;
Und die Rosse schwingen hoch die Flügel,
Suchend ihr olympisch Vaterland.
Aber bald kehrt seine Kühnheit wieder.
Und auch in des Todes AngesichtBeuget nichts den hohen Geist darnieder.
Selbst der Zorn Kronions nicht.
„Vater!" ruft er, „ja nur wird zum Lohne,Was du sprachst mit hoher Wissenschaft;
Doch warum verliehest du dem SohneGöttermulh, und nicht auch Götterkraft!