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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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O wo sind denn meiner Ahnen Rechte?

Wo der Himmelsabkunft Lohn?

Ha der Schande! Phasthon, entsprossenAus des hohen Uranos Geblüt,

Lebt verbannt, bey sterblichen Genossen,

Er, in dem der Sonne Feuer glüht!

Wie die Frevler spotten! O verderbeDiese Brut der allgerechte Zeus!

Bastard! wo dein väterliches Erbe?

Wo des Götterbluts Erweis?

Send', o Vater, sende denn ein Zeichen,

Daß ich stamme von dem Gott des Lichts!

Laß beschämt die feigen Lästrer weichenVon den Strahlen deines Angesichts!

Ja, laß endlich mich den Vater sehen;

Ach! noch stets verbarg der Gott ihn mir,

Steig' herab von des Olympos Höhen,

Oder zeuch mich auf zu dir!

Jetzt, o jetzt erhöre mein Begehren,

Schämst du dich der Mutter Liebe nicht.

Darf ich scheulos dich als Vater ehren -Wie's so laut in meinem Busen spricht!

Send' herab den goldnen Sonnenwagen,

Deiner Rosse muthiges Gespann,

In des Vaters Arme mich zu tragen,

Zu des Himmels Höh'n hinan!

Dort nur, wo in ungetrübter Klarheit,

Helios, dein göttlich Auge wacht.

Wohnt, umstrahlt von Himmelsglanz, die Wahrheit,Steiget nie zu dieses Thales Nacht.

Hier herrscht nur Verwirrung, Trug und GrauenAlles sinkt dem dunkeln Grabe zu.

Laß, o Vater, den Olymp mich schauen,

Mich unendlich seyn, wie du!

So der Jüngling, und die feuchte WangeSenkt er schweigend auf's gebogne Knie.

Schauerliche Stille herrschet lange;

Leise Seufzer nur durchbrechen sie.