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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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»Wohl erkannt' ich des Lebens höchsten Preis,»Doch mein Herz war treulos gebrochen»»Die unten dort sind mir angetraut»

»Was soll ich die Hochzeit verschieben?»Empfangt das Opfer, empfangt die Braut,»Mein Lieben

»Ist über der Erde geblieben."

Und sie stürzt sich hinabJn's Felsengrab;

Da klingt es wie Geistergeflister:

»Die Braut ist kommen, den Kranz herab!

»Was, Liebchen, bist du so düster?

»Nun ist das Hoffen und Sehnen verkürzt,

»Nun mag sich die Jungfrau vermählen;

»Du hast dich uns selbst in die Arme gestürzt,»Kannst wählen,

»Der Braut soll's am Liebsten nicht fehlen!"

Th. Körn

P h a e t h o n.

An des Heiligthums geweihter Schwelle,Flehend zu des Allbelebers Thron,

Lag, umflossen von Aurorens Helle,Phasthon, des Sonnengottes Sohn.

Seine Seufzer drangen durch die Lüfte,

Seine Thränen fielen auf den Stein,

Und der frühen Opfer süße DüfteWallten durch den Lorberhain.

Schöner wand auf Hella's reicher FlurenSich ein Sohn vom Mutterschooße nicht.Seiner Götter Abkunft hohe SpurenStrahlten von des Jünglings Angesicht.Lockend flog entgegen ihm und schmachtendJedes Mädchens sehnsuchtsvoller Blick;

Doch, der Liebe holdes Glück verachtend.

Gab er keinen je zurück.

Schon dem Knaben waren Knabenspiele,Jünglingslust dem Jünglinge verhaßt;