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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
330
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Und müßt' er hinab, und könnt' er mich nichtErwerben»

Ich müßte doch mit ihm sterben."

Der Morgen graut.

Da schmückt sich die Braut,

Den geliebten Mann zu empfangen.

Und wie sie den freudigen Helden erschaut,

Da glühen ihr hoher die Wangen;

Sie fliegt ihm entgegen mit wildem Schmerz:

Umsonst! daß ich länger mich sträube,

»Ich gesteh' es frey, dir gehört dieß Herz,

«Ich bleibe

Im Leben und Tod dir zum Weibe."

Und glühend umfaßtHält sie den Gast,

Der reißt sich ihr schnell aus den Armen:Noch geziemet mir nicht solch' köstliche Last,

Ich darf die Braut nicht umarmen.Horcht, Gräfin»! horcht, welch festlicher Ton?

Der ladet zum Siegen, zum Sterben.Die Trompeten rufen das Opfer schon;

Sie werben

Der Liebe Tod und Verderben!"

Der Geistliche bringtIhm dem Segen, da schwingtSich der Ritter behende zu Pferde.

Er winkt: Ade I Kunigunde sinktBesinnungslos zur Erde.

Doch er setzt kühn auf die Mauer hinap,

Als wär' sie wohl dreymahl breiter.

Und es schreitet das Roß auf der gräßlichen BahnKeck weiter.

Trägt glücklich zum Ziele den Reiter.

Ein Freudenlaut

Weckt die glückliche Braut,

Und sie stürzt dem Ritter entgegen:

So hast du Gott und der Liebe vertraut,

Dich beschützte ihr heiliger Segen;