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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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Und wie der HeldZu Füßen ihr fällt.

Und sie um den Ritt gebethen.

Kaum länger sich die Gräfinn verstellt;

Die Thränen im Auge reden:

Laßt ab von der Bitte, Herr Rittersmann!

Trotzt nicht dem Tode verwegen;

Und wenn ich's auch nicht versagen kann,

So mögen

Euch meine Bitten bewegen."

Doch jener spricht:

Bestürmt mich nicht,

Und laßt mich immer gewähren;

Ich hab's geschworen, 's ist meine Pflicht,

Sonst darf ich nicht wiederkehren."

Und wenn ich auch nichts erbitten mag,"

Entgegnet die Gräfinn mit Beben,

So wartet nur bis den morgenden Tag,

Dem Leben

Könnt ihr diese Frist wohl geben."

Im hohen SaalZum reichen MahlFührt sie den geliebten Ritter,

Und immer höher steigt ihre Qual;

Da ergreift der Gast die Zither,

Und singt von der Liebe unendlicher LustViel schöne, köstliche Lieder,

Und was er gesungen, klingt ihr in der BrustEwig wieder,

Und Feuer durchströmt alle Glieder.

Mit Thränen wachtSie die ganze Nacht,

Mit sich und der Liebe im Streite.

Und wenn es gelänge, und hätt' er's vollbracht,

Ach, Herz! du brächst in der Freude.

Die Lieb' ist ja mild, wie das Sonnenlicht,

Läßt nicht ihre Treuen verderben;