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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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„Drum, wer mir mit Wünschen der Liebe naht ;

„Denn ich mag keine zweyte Trauer,

„Der soll es beweisen mit kecker That;

„Kein Schauer

„Ergreif ihn am Abgrund der Mauer."

„So sey denn bekannt,

„Dem gehört meine Hand,

„Der keck mit festen Schritten,

„Vorbey an der steilen Felsenwand

„Auf der Mauer um's Schloß geritten;„Und wer es glücklich vollenden kann,

„Der soll mich zur Kammer führen,

„Doch soll mich liebend kein and'rer Mann„Berühren,

»Ich gelob' es mit heiligen Schwüren." —

Die Herrinn schwieg-Stolz auf den Sieg;

Still zogen die Männer von dannen;Sonst mancher Freyer den Kynast erstieg,

War Allen die Lust vergangen.

Was die Gräfin» gewünscht, das stand ihr srey;

Es schreckten des Ritters Gefahren;

Die Burg ward still, nun konnte sie treu.

Nach Jahren

Des Vaters Gedächtniß bewahren.

Ein Jüngling allein.

Fand bald sich ein;

Der war ihr treueigen geblieben;

Solch wackrer Muth kann nicht mehr seyn;

Und solch redliches Herz im Lieben!

Im ganzen Land war Graf Albert geehrt;

Er wagt es auf Leben und Sterben-. Der junge Degen den Ritt begehrt,

Zu werben

Um Liebe oder Verderben.

Die Gräfin» erschrickt,

Wie sie den erblickt.

Sie dacht', 's wird keiner es wagen