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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
322
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Sie kommen weit durchs ganze Land;

Die Herrinn soll sich vermählen.

So wünscht das Volk, sie hat freye HandZu wählen;

An Würdigen kann es nicht fehlen.

Der Graf ist todt,

Das Land in Noth;

Der Arm fehlt, die Manne» zu lenken,Drum kommt zu der Gräfin» das Aufgeboth,Die jungfräuliche Hand zu verschenken; —Viel edle Ritter werben um sie

Mit Zeichen des innigsten Strebens,Umschwärmen die Hohe spät und früh, —-Vergebens!

Jungfrau will sie bleiben Zeitlebens.

Ein Trauerkleid walltUm die hohe Gestalt;

So empfängt sie den Zug der Vasallen,Und als sie'S vernommen, entgegnet sic bald:

„Wohl möcht' ich dem Volke gefallen,„Doch fordr' ich von meinem Freyer ein Pfand,„Das darf mir keiner verwehren;

„Erfüllt er's, so soll ihm Herz und Hand„Gehören." —

Es riefen die Ritter: „Laßt hören I" —

„Mein Vater stand„An der Mauer Rand, " --So begann sie, „und blickte hinunter, >—„In die Hölle hinab, an der Felsenwand,

„Da stürzt' ihn der Schwindel hinunter;

erhalten. Fürchterlich in der That ist der Abgrund von der Schlostmauerherab in das Felsenthal, das den Nahmen der Hölle führt, und einebedeutende Rolle in der Ballade spielen wird. Der Kynast ist vomHerzoge Bolko von Schlesien im Jahre 1692 erbaut, und dem GrafenSchaffgotsch geschenkt worden. Im Jahre 1676 brannte er ab, undschmückt seitdem, als eine der herrlichsten Ruinen, die Gegend umHirschberg.