Gethan wie gedacht! und er flüchtet sich schnellNun hinter geheiligte Thüren.
Der Mond und noch immer er scheinet so hellZum Tanz, den sie schauerlich führen.
Doch endlich verlieret sich dieser und der,
Schleicht eins nach dem andern gekleidet einher,
Und husch ist es unter dem Rasen.
Nur einer der trippelt und stolpert zuleht.
Und tappet und graps't an den Grüften,
Doch hat kein Geselle so schwer ihn verletzt,
Er wittert das Tuch in den Lüsten.
Er rüttelt die Thüre, sie schlägt ihn zurück.
Geziert und gesegnet, dem Thürmer zum Glück,
Sie blinkt von metallenen Kreuzen,
Das Hemd muß er haben, da rastet er nicht,
Da gilt auch kein langes Besinnen.
Den gothischen Zierath ergreift nun der Wicht,
Und klettert von Zinne zu Zinnen.
Nun ist's um den Armen, den Thürmer, gethan!
ES ruckt sich von Schnörkel zu Schnörkel hinan,Langbeinigen Spinnen vergleichbar.
Der Thürmer erbleichet, der Thürmer erbebt,
Gern gab' er ihn wieder, den Laken.
Da häkelt — jetzt hat er am längsten gelebt —
Den Zipfel ein eiserner Zacken.
Schon trübet der Mond sich, verschwindenden Scheins,
Die Glocke sie donnert ein mächtiges Eins,
Und unten zerschellt das Gerippe.
Göthe.
Der Kynast *).
Es zieht ein HausZur Burg hinauf,
Was mögen die wandern und wallen?
Die Drücke fällt, das Thor geht auf,
Es sind Kunigundens Vasallen.
*) Diese Sage vom Kynast, einer alten verfallenen Felsenburg an dernordöstlichen Seite des Riesengebirges, hat sich im Munde des DollesPhilosoph. Abtheil. ll. Band. ZL