Weil dein Geros' mein Herz gewann,
Muß ich von hinnen schon?"
»Gott richte dich am neunten TagNach meinem frühen Tod!"
Sie nahm das Messerlein; es brachIhr Herz, von Blut so roth.
Der König floh mit tiefem Schrey,
Und fluchte sich und Gott.
Die Knechte sprangen schnell herbeyMit losem Scherz und Spott.-
Und steh'n entsetzt-»Welch zartes Weib
Der Erde schönste Zier!
Laßt uns begraben still den Leib-
Herr Gott, sey gnädig ihr.'
Sie stachen in den schwarzen GrundTief mit dem Spaten ein.
Und gruben mit verstummtem MundBis spät zum Mondenschein.
Das gold'ne Haar, der seid'ne Rock,
Von Schollen ward bedeckt;
Zuletzt ein junger NelkenstockZum Zeichen d'rauf gesteckt.
Doch Abilgard in seinem ZeltAm Morgen träumt er schwer.
Als ob mit rother Erd' entstelltDie zarte Schwester wär'.
Er nahm die Lanze und den Schild,
Und warf sich auf sein Roß.
Er suchte Schwester GunihildIm väterlichen Schloß.
Und als er die geliebte MaidIn seiner Burg nicht fand.
Im Kloster nicht, durchstrich er weitDes König Elrichs Land.