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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Sie stehen zitternd vor dem Würger,Den keine ihrer Bitten rührt:

Wollt nicht zu strenge richten,Und Gottes Gab' vernichten!Ach schont das junge Blut,Des Vaters einz'ges Gut!"

Und bleich tritt nun ein Greis hervor.

Kniet hin, und hebt die Hand' empor.

Die Thräne schleicht von hohlen Wangen,

Es sinkt das Haupt, von Schnee umkränzt;Die Stimme hält der Schmerz gesangen,Im Auge kaum noch Leben glänzt.

Mitleid ergreifet alle;

Won Seufzern stöhnt die Halle.

Er scheint ein Bild von SteinAm Kirchhofgrab zu seyn.

Und endlich rufet dumpf und leisAus seinem Innersten der Greis:

Gott ist der Vater von uns Allen!

Der Knaben Vater ach! bin ich!Laß nicht den Todesrus erschallen!

Er tönt zu früh, zu fürchterlich.

Gott speiset ja di« Armen; >Drum Hab' auch Du Erbarmen!

"Mir blieb kein Bissen Brot;

S i e trieb die bitt're Noth!"

Wolf schlürft den Becher aus voll Ruh' ;Dann spricht er grinsend:Wer bist du?Hat dich das Grab zurück gegeben?«Der Greis:Ein Glöckner bin, Herr,Und nähre kümmerlich mein Leben;

ES wird die Arbeit iyir zu schwer.

Daß ich nicht Hunger sterbe,Hilst mir in dem GewerbeDes altern Knaben HandTreu bis zum Grabesrand!"-