Die TodeSZlocke.
Den Becher voll von duft'gem Wein/
Lag Ritter Wolf von Hartenstein,
Ein glühend Nordlicht anzuschauen,
Die Blicke selbst im Frohsinn wild;
Doch saß, voll Liebe und Vertraue»/
Ein Brautpaar ihm zur Seite mild.
Die Tochter Kunigunde,
Sanft wie die gute Stunde;
Das Herz von Liebe warm,
Ruht sie in Heinrichs Arm.
Rasch treten Knappen in den Saal;
Wolf hebt den Schedel, derb und kahl.
Es stehen in des Trosses MitteZwey schöne Knaben, blaß und zart.
Der Ritter fragt mit rauher Sitte:»Sprecht, wcßhalb ihr ergriffen war't!"»Den Bübchen thät behagen-»Ein Häslein zu erjagen»Nah an der Burg im Wald." --So laut der Troß erschallt.
Der Ritter höhnt: »Hat's wohl behagt?»Ihr habt euch nur den Tod erjagt.
»Will euch die künft'gen Frevel sparen,»So fährt ihr doch gen Himmel auf.
»Bis morgen sollt sie aufbewahren;
»Dann schließt den jungen Lebenslauf!" —-Vergebens ruft der ArmenGewimmer um Erbarmen!
Ihr Stöhnen dringt nicht einIns Ritterherz von Stein.
Sie faßt des Felsenkerkers Nacht;
Doch als die Sonne kaum erwacht,
Naht sich ein Zug ehrwürd'ger Bürger/
Und wird zum Ritter eingeführt.
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