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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
307
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Die TodeSZlocke.

Den Becher voll von duft'gem Wein/

Lag Ritter Wolf von Hartenstein,

Ein glühend Nordlicht anzuschauen,

Die Blicke selbst im Frohsinn wild;

Doch saß, voll Liebe und Vertraue»/

Ein Brautpaar ihm zur Seite mild.

Die Tochter Kunigunde,

Sanft wie die gute Stunde;

Das Herz von Liebe warm,

Ruht sie in Heinrichs Arm.

Rasch treten Knappen in den Saal;

Wolf hebt den Schedel, derb und kahl.

Es stehen in des Trosses MitteZwey schöne Knaben, blaß und zart.

Der Ritter fragt mit rauher Sitte:»Sprecht, wcßhalb ihr ergriffen war't!"»Den Bübchen thät behagen-»Ein Häslein zu erjagen»Nah an der Burg im Wald." --So laut der Troß erschallt.

Der Ritter höhnt: »Hat's wohl behagt?»Ihr habt euch nur den Tod erjagt.

»Will euch die künft'gen Frevel sparen,»So fährt ihr doch gen Himmel auf.

»Bis morgen sollt sie aufbewahren;

»Dann schließt den jungen Lebenslauf!"-Vergebens ruft der ArmenGewimmer um Erbarmen!

Ihr Stöhnen dringt nicht einIns Ritterherz von Stein.

Sie faßt des Felsenkerkers Nacht;

Doch als die Sonne kaum erwacht,

Naht sich ein Zug ehrwürd'ger Bürger/

Und wird zum Ritter eingeführt.

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