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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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306
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Wie die Dame kaum genossen,

Hat sie also weinen müssen,

Daß sie zu vergehen schienIn den heißen Thränengüssen.

Doch der Ritter von Fayel

Spricht zu ihr mit wildem Lachen:

»Sagt man doch von Taubenherzen,

Daß sie melancholisch machen:

Wie viel mehr, geliebte Dame,

DaS, womit ich Euch bewirthe!

Herz des Castellans von Coucy,

Der so zärtlich Lieder girrte."

Als der Ritter dieß gesprochen.

Dieses und noch andres Schlimme,

Da erhebt die Dame sich,

Spricht mit feyerlicher Stimme:

»Großes Unrecht thatet Ihr,

Euer war ich ohne Wanken,

Aber solch ein Herz genießenWendet leichtlich die Gedanken.

Manches tritt mir vor die Seele,

Was vorlängst die Lieder sangen;

Der mir lebend fremd geblieben.

Hat als Tvdter mich befangen!

Ja! ich bin dem Tod geweihet.

Jedes Mahl ist mir verwehret.

Nicht geziemt mir andre SpeiseSeit mich dieses Herz genähret.

Aber Euch wünsch' ich zum Letzten:

Milden Spruch des ew'gen Richters."

Dieses Alles ist geschehen

Mit dem Herzen eines Dichters.

L. Uhl and