Nach dem blanken Gvldgefäß
Tasten gleich des Ritters Knechte,Doch der Knappe tritt zurück.Spricht mit vorgehalt'ner Rechte:
„Dieß ist eines Sängers Herz,
Herz von einem frommen Streiter,Herz des Castellans von Coucy,
Laßt dieß Herz im Frieden weiter!
Scheidend hat er mir gebothen :
Wann dieß Herz nun ausgeschlagen/Zu der Dame von FayelSoll ich es hinübertragen." —
„Jene Dame kenn' ich wohl."
Spricht der ritterliche JägerUnd entreißt die gvldne UrneHastig dem erschrocknen Träger /
Nimmt sie unter seinen Mantel,
Reitet fort in finsterm Grolle,
Hält so eng das todte HerzAn das heiße, rachevolle.
Als er auf sdin Schloß gekommen,Müssen sich die Köche schürzen.Müssen gleich den Hirsch bereitenUnd ein seltnes Herze würzen.
Dann, mit Blumen reich bestecket,
Bringt man es auf goldner Schale,Als der Ritte.r von FayelMit der Dame sitzt am Mahle.
Herzlich reicht er es der Schönen,
Sprechend mit verliebtem Scherze:„Was ich immer mag erjagen,
Euch gehört davon das Herze." —PI,i:ossph. Mtheil. II. Band. lk