Durch gleiche Leiden sich verwandt,
Won gleicher Neigung lang' entbrannt;
Sie fanden sich » und fanden Friede,
Und schlangen schmelzend Arm in Arm,
Und trauten, von Empfindung warm.
Sich ihres Herzens tiefste SchwächeUnd mischten ihrer Thränen Bäche,
Und drückten sich, zum ewigen Bund,
Der Treue Kuß aus ihren Mund.
Folg' ihrem Beyspiel! Laß uns weinen!
Laß meine Wehmuth mit der deinen,
In lauten Klagen sich vereinen!
Wie? hat des Schicksals Tyranney,
Sogar die Thränen dir entrissen?
Weh dir! Auch ihren Trost zu missen!
Du gränzest an den FinsternissenUnheilbarer Melancholey.
Auf! Sprenge dieses Schlummers Bande,Der deinen Geist gefesselt hält.
Wer leidet, ist noch auf der Welt.
Fühllosigkeit schwebt schon am RandeDer Gruft. O, brich, wie ein Vulcan,
Nach dumpfer Stille, los! Es schlageDes Unmuths Flamme himmelan!
Es übertäube deine KlageDen sturmempörten Ocean!
Verzweifle! Fluch', im bitt'ren Wahn,
Dem milden Vater deiner Tage —
Der ganzen Welt! Ja, schon' im GrimmSelbst meiner nicht. Dein Ungestüm,
Er wird mich schmerzen — nicht erschrecken.Doch dieser Zustand sträubt mein Haar.
Er ist der Gipfel der Gefahr,
Den schon des Todes Schatten decken;
Wo uns." Geist, durch nichts erfrischt.Verschmachtend, in sich selbst erlischt.
Den Steuermann, seit langen JahrenMit den unzähligen GefahrenDer ungetreuen See vertraut,
Ihn, dem vor Stürmen nicht mehr graut.