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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
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Und daß vor Vernunft versteckenSich mein kleiner Wunsch nicht darf.

Der, zufrieden, gern dem TropfeSeine Schattenbilder gönnt;

Und daß still in meinem Kopfe,

Trotz der Schwäch', ein Lämpchen brennt,Welches durchscheint durch des HeuchlersLarv', in der er fromm betrügt,

Und vor dessen Schein des SchmeichlersFeine Lüge sich verkriecht;

Daß ich hier vom TannenhügelSeh'n kann, was den Haufen rührt,

Was für eine Hand die ZügelSeiner liebsten Wünsche führt.

Die ihn über Stock und SteinSchleifen, alles dieß ist mein!

Wann nun dieses mir zu nehmenSie wohl bleiben lassen muß:

So will ich mich um den KußDieser Abgöttinn nicht grämen!

Führ' an deinem Arm, o Ruh,

Mich mit diesem Stolz der Seele,

Der nie deinem Freunde fehle,

Meinem stillen Grabe zu!

T i e d g e.

Der Trost.

Epistel an einen Freund.

Freund, welcher Nordwind, schwarz vom Gifte,Gießt seines Aushauchs bange DüfteAuf deines Lebens schönste Zeit,

Und raubet dem verwelkten HerzenDen Eifer und die Thätigkeit?

Tief wüthende, geheime SchmerzenZernagen langsam deine Kraft,

Dein ganzes Triebwerk ist erschlafft.

Du denkst zerrissene GedankenDurchkreuzen sich» von Tröste leer.