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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
Seite
266
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Mit des Herzens innigstem Verlangen,

Mit des Geistes höchster Schwärmerey?

Hab'ich nicht dem Schönen, Guten, WahrenAufgeschlossen deinen treuen Blick?

Hab' ich nicht, um dich nur, dich zu sparen,Aller Ruh entsagt und jedem Glück?

Gar in dich verloren und versunkenSchwand mir Außenwelt und Zeit und Raum.Überseliger Gefühle trunken,

Taumelt' ich umher im wachen Traum-Früh und spät, du weißt es, nah und ferneGalt mein Denken, Dichten, Sehnen dich.

Aus und unter gingen Mond und Sterne,Fanden voll von dir, und selig mich.

Wahrlich, Jda, so von dir durchdrungen.So soll Andacht und Religion,

Solche Opfer, solche AnbethungenEndlos spendend sonder Sold und Lohn,

So verschenkt an dich, an dich vergeben,

Ach, auf Gnad' und auf Barmherzigkeit,

Liebt in diesem, liebt in jenem Leben,

Liebt dich keiner mehr in Ewigkeit.

Und, o Seligkeit von kurzer Dauer!

Du auch liebtest mich. Dein knospend HerzÖffneten des AhnenS leise Schauer,

Schütterte des Sehnens süßer Schmerz.

Zart're Tinten färbten deine Wangen;

Deine Augen sprachen zarter» Sinn,

Schwankend zwischen Zagheit und Verlangen,Mied den Träumer lang die Träumerin».

Doch dein Lied verrieth des Herzens Wunde.Deine Laute girrte süßen Schmerz-Und in unsrer trunkensten SecundeSankst du liebewimmernd mir ans Herz,

Wandest los dich, floh'st und sah'st im FliehenAuf den Trunknen weinend noch zurück.