Rühre denn dich meiner Thränen,Meines Jammers Ungestüm!
O es keimt, wie lang es währe,
Doch vielleicht uns noch Gewinnst,Wenn ich dir den Kampf erschwere,Den du gegen mich beginnst.
War denn diese Flammenkiebe >Freyer Willkühr heimgestellt?
Nein! Den Samen solcher TriebeStreut Natur ins Herzensfeld.Unaustilgbar keimen diese,
Sprossen dicht von selbst empor,
Wie im Thal Und auf der WieseKraut und Blume, Gras und Rohr.
Sinnig sitz' ich oft und fxgge,Und erwäg' es herzlich treuAuf des besten Wissens Wage:
Ob „Uns lieben" Sünde sey?
Dann erkenn' ich zwar und findeKrankheit, schwer und unheilbar;Aber Sünde, Liebchen, SündeFand ich nie, daß Krankheit war,
O ich möchte selbst genesen!
Doch durch welche Arzeney?
Oft gedacht und oft gelesenHab' ich viel und mancherlei);
Ärzte, Priester, Weis' und ThorenHab' ich oft um Rath gefragt:
Doch mein Forschen war verloren;Keiner hat's mir angesagt.
Ö so laß es denn! gewähren,
Da Genesung nicht gelingt!
Laß uns lieber Krankheit nähren,
Eh' uns gar das Grab verschlingt! —Suche nicht den Strom zu hemmen,Der so lang sein Bett nur füllt,
Bis er zornig vor den DämmenZum Vertilgungsmeer entschwillt.