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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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Empfindungen in einem Wachsfigur« n-C a b i n e t.

Ist hier des Todes Wohnung? ist's des Lebens Reich?

Es lacht der Farbe Reiz auf Formen zart und weich.

Es sinnen Blicke rings und seelenvolle Mienen

Doch nimmer tönt ein Laut; Bewegung fehlet ihnen.

Ein jedes Antlitz spricht, doch ewig schweigt der Mund,

Und was das Aug' verräth, thut mir kein Wörtchen kund.

Entfloh der Geist, und lebet durch ein Wunder nurDer Leib allein noch, ohne reger Triebe Spur?

Mit vorgestrecktem Arm, den Blick hinausgesenkt.

Steht hier des Feldherrn Ernst, und ordnet, mißt und denkt.Weh euch, ihr Städte! weh dir segenreiche Flur!

Bald seyd ihr Trümmer, bald entsetzt sich die Natur.

Du, schönes Mädchen, dort, was frommt der Schönheit Spiel,Wenn herzlos du nicht kennst der Liebe Hochgefühl?

Die himmlische Gestalt, des Lächelns milde Huld,

Was sollen sie, wo keine Tugend, keine Schuld?

Bewegungslos gesellt sich dort zu tiefer TrauerStumm einer Gruppe Kreis in kläglichem Verein.

Ö redet, Arme! euch, ich seh's, faßt kalter Schauer.

O redet! hat der Schmerz verwandelt euch in Stein?

Was schauet ihr mich an mit Augen, die nicht sehen?

Was klaget ihr so bang die schrecklichstummen Wehen?

Umglänzt mich Sonnenlicht? umwallt mich Ecdenlnft?

Fast zweifl' ich an mir selbst in dieser Lebensgrust.

Rings Menschenbildungund kein menschliches Gefühl!

O reget euch, lebend'ge Todte! weicht vom Scheine!

Ach endet schnell dieß gräßlich starre Lebensspiel!

Denn kalter Schauder strömt mir schon durch die Gebeine.Gefühllos selbst und stumm und starr, erwecket ihrDie ganze Macht fruchtloser Sympathie in mir.

O reichet sprechend mir die lebenswarme Hand! .

Zeigt mir ein Herz so bleib' ich selbst im Schattenland;

Christ. Kuffner.