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moralische Personificationen (wie z. B. die Freude, das Mit»leid, die Menschlichkeit, Unsterblichkeit, Sonne, Mond,Sterne rc.) sind. Hierher gehört Klopstocks Frühlingsfeyer,Stolbergs Hymne an die Erde, Knebels Hymne an dieSonne, an den Mond, die Wälder, den Naturgeist; Neu-becks Hymne an Hygeya, Schillers Hymne an die Freude,van der Lühe's didaktische Hymnen an Flora und an Ceres,Thomsons Hymne an die Jahreszeiten, Cowley's Hymne andas Licht, Delille's Hymne die Unsterblichkeit u. m. *).
§. 5 .
H e r o i d e.
Die Heroide ist ein lyrisches Gedicht in Briesform,worin eine Heldinn oder ein Held (Heroine, Heros) aus demGebiethe der Fabel oder der Geschichte die Empfindungen,welche sie in einer wichtigen, interessanten Situation ihresLebens hatten, leidenschaftlich ausdrücken. Sie hat bald denelegischen Ton, bald den tragischen, je nachdem dasGefühl weicher oder heftiger ist. Ovid wird für den Erfinderdieser Dichtungsart gehalten; doch schadet seine spielend - witzigeManier der Wahrheit leidenschaftlicher Darstellung. Die ge-lungensten Parthien seiner Heroiden sind diejenigen, woriner im Ton der zärtlichen Elegie bleibt. Zum Tragischen erhobsich Pope in der Heroide: Heloise an Abelard.
Diese Dichtungsart hat unverdient bedeutende Gegner ge-funden. Klopstock verweigert ihr in seiner Gelehrten-Republikden Nahmen eines Gedichtes, und Herder erklärt sich (imzwölften Band seiner Werke zur schönen Literatur und Kunst)gegen sie, doch ohne genügende Gründe.
Man kann die Heroiden gewisser Maßen auch als Monologebetrachten. Bisher sind sie größten Theils der leidenschaftlichenDarstellung zärtlicher Empfindungen gewidmet worden; es istjedoch kein hinreichender Grund vorhanden, sie auf die Leiden-
) Beyspiele von Hymnen liefert die poet. Ehrest.