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Außerdem unterscheidet man auch physische und histo-rische Hymnen. Jene wenden sich an Gegenstände derNatur, von welchen sie den Flug aufwärts zum Schöpfer neh-men; diese, sagt Herder, können nur dann entstehen,wenn die Religion schon Geschichte, menschliche Geschichtegeworden ist.
Den Hymnen, welche das Christenthum einführte, lagendie alten hebräischen Psalmen zum Grunde. Der FeldherrAurelius Prudentius Clemens wird der Fürst derchristlichen Hymnographen genannt *).
Bey dem größten Theile der christlichen Hymnen besteht,wenn sie auch nicht gesungen werden, doch die Voraussetzung,daß sie bey einer feyerlichen Gelegenheit von mehreren Men-schen gesungen werden. Sobald die Hymne für den Gesangwirklich bestimmt ist, weicht sie von dem wechselreichen undgedrängten Oden-Styl mehr ab, und nähert sich der Lieder-sorm. Man kann daher die eigentlich lyrische, für denwirklichen Gesang bestimmte Hymne ganz richtig eine Ode inLiederform nennen; sie unterscheidet sich jedoch von jener ins-besondere dadurch, daß sie mehr Einheit der Empfindunghat, und das Fey erliche im Tone vorherrscht, wie ihrnächster Zweck: religiöse Erhebung, es fordert^ DerHymnen-Dichter bleibt daher dem veranlassenden Gegenständemebr getreu als der Oden-Dichter, gestattet der Phantasieweniger Flug, und endet seinen Gesang mir mehr Stätigkeitund mit derselben erhabenen frommen Empfindung, mir welcherer denselben angefangen har.
In den neueren Zeiten muß man die eigentlichen heili-gen Hymnen, welche unmittelbare Erhebung zu Gott dar-stellen, von den weltlichen unterscheiden, welche Lobgesängeauf erhabene oder wohlchätige Naturerscheinungen, auch auf
*) Er ward unter der Regierung der beyden Kaiser Constansund Consiantius geboren, gegen das Jahr ZzÜ nach CbristiGeburt, war also ein Zeitgenosse der Kirchenväter Ambrosius,Augustinus und Hieronymus.