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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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schaft der Liebe zu beschranken. Die Franzosen, von Colardeau,Blink de St. More und Dorat mit besonders gelungenen Pro-ducren dieser DichkungSart beschenkt, haben Herolden, worinCato an den Casar, Montezuma an Cortes rc. schreibt. WirDeutsche haben darin fast nichts aufzuweisen, wenn man nichtetwa Wielands Briefe Verstorbener an ihre noch lebenden Freundefür Heroiken will gelten lasten.

§. 6 .

Elegie.

Die Äegie beschäftiget sich als lyrisches Gedicht mit derDarstellung des sanften Schönen, wenigstens muß diesesals vorherrschender Theil ihren eigenthümlichen Charakterbestimmen, der jedoch verschiedene Modifikationen annimmt. Sohaben wir denn naive und sentimentale Elegien, auch eigent-liche Trauergesänge.

Die Übergänge der Elegie sind nicht so heftig wie in derOde; auch ist jener kühne Schwung ihr nicht eigen. Sieverlangt mehr Innigkeit und Gemüthstiefe als auflodcrndePhantasie, und hält mehr Einheit des Tons. Die Freudemuß in ihr nicht stürmisch, sondern weich und lieblich, derScherz zart erscheinen. Jede höhere Empfindung, die demSanften widerstrebt, stört den wahren Ton der Elegie, de-ren Ideen und Gefühle sich ruhiger und mit mehr Stätigkeitdes Fortschreitens als in der Ode entwickeln müsten. Eben defihalbverlangt die Elegie mehr Klarheit der Haupt-Idee oder Haupt-empfindung und mehr Regelmäßigkeit in Plan und Ausführung.Meisterhaft sind in dieser Hinsicht Tibulls und Klopstocks Ele-gien. Ovid ist zu witzig, Properz zu geschmückt. Der GriecheMimnermus gilt für den Stifter der zärtlichen und sanftklagen-den Elegie. Sehr treffend charakterisirt Jacobi die Elegie aufeine bildliche Weise:Sollte ich der Elegie ein sinnliches Bildgeben, so würde ich dieselbe nicht, wie viele gethan haben, inlangen Trauerkleidern mit zerstreutem Haar und bedeckter Stirn