der Griechen nachzubilden vermag), ohne eigentliche Rücksichtauf Inhalt, Ton und Grade des Gefühls zu nehmen, allelyrischen Gedichte, welche in den, bey den Alten für die Odebestimmt gewesenen Versmaßen geschrieben werden, Odennennen.
Nach Herders Behauptung (in der, im zweyten Bandeder Terpsichore befindlichen Abhandlung: Alcäus und S a p-p h o) können die Gesänge dieser beyden für Urbilder derOde in ihren beyden Hauptgattungcn, der kühnen und derzarten, gelten.
Die neuern Odendichter sind zwar größten Theils Nach-ahmer der Alten, entstellen aber die herrlichen Vorbilder durchmanche Züge nationeller Eigenschaften. So z. B. lieben diefranzösischen Odendichter zu sehr den declamatorischcn Prunk,indeß die Britten in den Lehrton, die Italiener und Spanieraber in das Schwülstige und Spielende verfallen. Unter allenNationen nähern sich die Deutschen ihren alten Vorbildern ammeisten, und entwickeln dabcy dennoch die größte Mannigfal-tigkeit. Den erstern Rang als Odendichter der Neuern be-hauptet Klopstock noch immer.
tz. 4.
Die Hymne.
Die Hymne, im strengsten Sinne genommen, ist eineOde mit feyerlich religiöser Erhebung zu dem höchsten Wesen,und zwar entweder unmittelbar, oder in seinen Geschöpfen,lebenden oder leblosen.
Die Hymnen unherscheiden sich in rein-lyrische undin lyrisch-epische; die erstern wieder in die singbaren,und in die zum Singen nicht bestimmten.
Die Hymnen derGriechen waren Lobgesänge, denGöttern bey feyerlichen Opfern und Festen mit Begleitungvon Musik und Tanz dargebracht. Die ältesten dieser uns be-kannt gewordenen Hymnen sind die orphischen und diehomerischen. Die erstern sind voll Anhäufungen von be-