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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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künstliche, lyrische Unordnung, die leidenschaftlich küh-nen Übergänge, und der lyrische Sprung oder die Uber-fliegung der Mittel-Ideen, welche nur demjenigen als regel-los und verworren erscheinen, der die feurige Bahn der Be-geisterung nicht zu verfolgen vermag, denn die Ode muß dochimmer einen Hauptgedanken haben, welcher aber weder mitrednerischer Präcision, noch mir logischer Klarheitdurchgeführt wird. Sie schwingt sich vielmehr zu einem freyen,kühnen Fluge empor, und kehrt nach durchflogener Ideen- undBilderreihe wieder harmonisch in sich selbst zurück.

Die starken Empfindungen und der erhabene Ton der Odefordern einen kurzen gedrängten Styl, zu welchem die strophi-schen Versarten die passendsten sind.

Die Alten hatten theils monostrophische Oden(wie z. B. jene des Alcaus und der Sappho), theils mehr-oder v ersch i e d e n stro pH ige, wie z. B. Pindars Gesängemit Strophen, Ankistrophen, und Epoden.

Die Neuern bedienen sich theils der antiken monostrophi-schen Versmaße (insbesondere thut dieß Klopstock), theils eigenerReimsysteme, welche vorzugsweise von den südlichen Völkernfür ihre Sprachen'römischer Abkunft ausgebildet wurden. DieCanzone der Italiener stellt die höhere lyrische Form dar.

Die Ode enthalt, nach Verschiedenheit der aufregendenGegenstände und der modificirten Form, besondere Benen-nungen zur Bezeichnung jener Verschiedenheit. So unterschei-det man: die religiöse Ode als Hymne, Psalm,Päan, Lobgesang; die heroische, philosophische,didaktische, historische, und die sa Lyrische Ode,zu welcher letzter» Archilochus den Jambus wählte; fernerdramatische Oden, wie z. B. Horaz und Lydia, oderKlopstocks Selmar und Selma; Liebesgesänge, wieAlkman und Sappho dichteten; die griechischen Skolienoder Gastmahlgesänge.

Hier ist zu bemerken, daß die Deutschen (deren Spracheunter allen neueren Sprachen allein die strophischen Versmaße