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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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tional-Charaktcrs, theils aus den mannigfaltigen Modifikatio-nen in der Gemüthsstimmung der darstellenden Dichter. Undso können wir als besondere lyrische Dichtungsarten aufzahlen:die Ode, die Hymne, das Lied, die Elegie, die Heroide, dieCantate, und die poetische Epistel.

Dazu kommen noch die Formen der südlichen Reimsysteme:Sonnet, Canzone, Stanze, Sestine, Terzine, Ballade,Madrigal, Lriolett, Rondeau, Deeime, Glosse rc.

§. 3 .

Die Ode.

Das griechische Wort «öq hatte ursprünglich die Bedeu-tung: Gesang, Lied. Hiernach wurde jedes lyrische Ge-dicht, welches sich zum Gesang eignete, Ode genannt. Erstin der neuern Zeit wurde die Ode von dem Liede unterschie-den, und man kam überein, alle lyrischen Gedichte höhererArt, sobald sie durch keine besondere zufällige Modifikation an-dere Nahmen erhalten, Oden zu nennen.

Hieraus erhellet, daß die gegebene Definition der lyri-schen Dichtungsart überhaupt zugleich auch die Definition derOde bleibt, sobald selbe nur dahin modifikirt wird, daß dieOde die liefern Bewegungen des Gemürhs mir dem kühnstenSchwünge der Begeisterung darstellt.

Die Ode unterscheidet sich demnach von dem Liede undder Elegie nicht sowohl durch die begeisternden Gegen-stände, sondern vielmehr durch die Höhe ihres Flugsund durch ihren starken leidenschaftlichen Ton, welcher in demLiede einfacher und in der Elegie sanfter ist.

Die Ode kann allerdings einen bestimmten Gegen-stand der Veranlassung haben, allein ihrInhalt, oderdie, durch den Gegenstand aufgeregte Reihe von Gefühlen, Ideenund Bildern, bleibt immer unbestimmt und willkührlich inihrer Folge und Verbindung, weil die, dem Gefühl verwandteund von demselben entflammte Phantasie die vorherrschendeKraft wird; daher die sogenannte, doch nur scheinbare, oft