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zu verschaffen, die in der moralischen nicht zu hoffen ist. Deß-wegen ist das Gefühl, womit wir an der Natur hangen, demGefühle so nahe verwandt, womit mir das entflohene Alterder Kindheit und der kindlichen Unschuld beklagen. Unsere Kind-heit ist die einzige unverstümmelte Natur, die wir in der cul-tivirten Menschheit noch antreffen; daher es kein Wunder ist,wenn uns jede Fußstapfe der Natur außer uns auf unsereKindheit zurückführt."
„Sehr viel anders war es mit den alten Griechen. Beydiesen artete die Cultur nicht so weit aus. Da der Grieche dieNatur in der Menschheit nicht verloren hatte, so konnte er,außerhalb dieser, auch nicht von ihr überrascht werden, und sokein dringendes Bedürfnis? nach Gegenständen haben, in denener sie wieder fand. Einig mit sich selbst, und glücklich iin Ge-fühl seiner Menschheit, mußte er bey dieser als seinem Maxi-mum stille stehen, und alles andere derselben zu nähern be-müht seyn; wenn wir, uneinig mit uns selbst, und unglück-lich in unfern Erfahrungen von Menschheit, kein dringenderesInteresse haben, als aus derselben herauszufliehen, und eineso mißlungene Form aus den Augen zu rücken."
Späterhin erklärt sich Schiller über diese Ansicht näherdurch Anführung von Beyspielen. So stellt er unter den Altenden Homer, und unter den Neuern den Shakspeare als naiveDichter auf, indem er in Griechenland mit Euripides, inRoin mit dein Horaz die Periode der sentimentalen Dichtung-art beginnen läßt.
Nach dieser vorausgeschickten Erklärung der Sache selbst,kann ich erst seine Charakteristik des naiven und des sentimen-talen Dichters, ohne Erregung eines Mißverständnisses zu be-fürchten, hier mit des Verfassers eigenen Worten anführen.
„Die Dichter," sagt er, „sind überall, schon ihrem Be-griffe nach, die Beivahr er der Natur. Wo sie dieses nichtganz mehr seyn können, und schon in sich selbst den zerstören-den Einfluß willkührlicher und künstlicher Formen erfahre»,oder doch mit demselben zu kämpfen haben, da werden sie als