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keit besitzt, die ganze Sphäre der Natur und der Menschheitso zu umfassen, daß er durch dieProductionskraft der Phantasiezur Einheit des Mannigfaltigen gestaltet, folglich zur ideali-sirten Totalität erhoben werden kann.
Das eigentliche Verdienst und Wesen des Dichters liegtdaher nicht in dem Stoff und seiner Wahl, sondern in derForm, das ist, in der Gestaltung und Darstellungdes Stoffes.
§.
Poetische Behandlung und Darstellung.
Der gewählte Stoff sey noch so reich und fruchtbar,schönes Kunstwerk wird er doch immer erst durch dieästhetische Behandlung, nähmlich dadurch, daß ihmeine, dem Zweck der schönen Kunst entsprechende Form ge-geben wird.
Die Geistesvermögen, welche bey dieser Behandlung desStoffes zur Bildung eines schönen Kunstwerkes insbesonderezusammenmirken müssen, sind: Genie, Verstand undGeschmack.
Die Erschaffung eines, für die Anschaulichkeit derEinbildungskraft erfundenen, harmonisch verbundenen, undin sich abgeschlossenen Ganzen ästhetischer Ideen, Empfindun-gen und Bilder, ist das Werk des Genies, folglich die ersteund höchste der drey Functionen.
So wie das Genie den eigentlich geistigen Theil derBehandlung bewirkt, so beschäftigen sich Verstand und Ge-schmack mit der zweckmäßigen Ausführung des Stoffes undder Anwendung der dazu dienlichen Mittel, um auch äußereVollständigkeit, Ordnung und Correcrheit hervorzubringen,so daß auch der mechanische Theil eines schönen Kunstwerkesdem Gesetze der Schönheit entspreche.
Bey der ästhetischen Darstellung eines Stoffes sind hier-nach insbesondere folgende Grundsätze zu berücksichtigen: