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darf diese Übereinstimmung des Ausdrucks mit der Empfindungschlechterdings nicht prosaische Wahrheit sey».
142.
Eine Bedingung zur Schönheit, welche vom wahrenKünstler stets beachtet werden muß, ist die Zusammenstimmungdes Mannigfaltigen zu Einem Ganzen. Ein bestimmter Haupt-Charakter ist stets die Aufgabe des Mimen; aus diesem Cha-rakter muß daher jegliche Geberde sich herleiten lassen, undauf denselben muß sie auch bestimmt wieder zurücksühren; esist daher ein weiteres Gesetz des Mimen, wohl darauf zu sehen,daß die Geberdcn stets im vollkommensten Einklänge mit demdarzustellenden Charakter steche». Diese getreue Übereinstim-mung der sämmtlichen einzelnen Züge mit dem Ganzen wirdHaltung genannt.
Einen besonderen Grad der Lebhaftigkeit haben die Ge-berden, wenn sie die Sache, welche die Seele beschäftiget,selbst darstellen. Diese heißen mahlende Geberden und tragenviel zur Anmuth der mimischen Werke bey. Auch auf demMahlerischen in Stellung, Tragung und Bewegung des Kör-pers überhaupt beruht große Anmuth. Fehler gegen diese An-muth sind das Affectirte, welches durch das Steife und Ge-zwungene in der Darstellung jedem Kunstwerke geradezu wider-streiket; ferner das Unpassende, wenn Dinge gewählt werdenwollen, welche sich nicht mahlen lassen; und das Unedle undNiedrige, wenn die zum Ausdrucke gewählte Geberde derWürde des Haupt-Charakters und der Größe der einzelnenEmpfindung nicht entspricht.
i44.
Der Mime ist zugleich Künstler und der Gegenstand, anwelchem sein Werk vorgestellet wird. Er muß daher einer vor-züglichen Ausstattung mit körperlichen und geistigen Vorzügen