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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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Die Säule steht frey auf einem Fuße/ über welchem der Schaftsich kühn erhebt/ und das Ganze ist oben mit einem Capitalgeschloffen. Die Baukunst har fünf Saulenordnungen; die do-rische/ jonische, korinthische, toscanische und römische.

Die dorische Säule ist die älteste. Ihr Charakter ist männ-liche Festigkeit, Kraft und Würde. Sie hat ein starkes undetwas strenges Ansehen, und verträgt kein Schnitzwerk. IhrSchaft ist kegelförmig, sechsmahl so hoch, als ihr Durchmesser,und ihr Capitäl ist ein einfacher Fries, mit Triglyphen, dendreyzackigen Enden der vorspringenden Balken, versehen.

Die jonische Säule ist das Symbol einfacher, bescheide-ner Schönheit, weiblicher Anmulh. Sie ist höher als die do-rische, nähmlich acht bis neun Mahl so hoch, als ihr Durch-messer , und unterscheidet sich durch einen mir hohlen Streifen,Krinnen, versehenen Schaft, und durch acht Voluten (Schnör-kel) an den Ecken des Capitäls.

Die korinthische Säule, das Sinnbild jungfräulicherSchönheit, ist die prachtvollste. Der schlanke Schaft har Krin-nen, und das hohe Capitäl prangt mit drey über einander ste-henden Reihen der Akanihusblätter und sechzehn Voluten.Uber dem Friese stehen schön geschnitzte Dielen - und Sporren-köpfe hervor.

Die toscanische oder etruskische Säule ist die stärkste undeinfachste, aber auch die roheste; sie soll der dorischen nachge-bildet seyn. Sie steht auf einem einfachen Säulenfuße, undhat außer den Riemen am Capital nicht die geringste Ver-zierung.

Die römische Säule endlich ist eine Zusammenstellung derjonischen und der corinrhischen; der Schaft ist gefurcht, unddas Capitäl hat zmey Reihen Blatter und acht Voluten.

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Die Säulen sind für die Baukunst wichtig, weil durch