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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
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machen, die Figuren in mehrere Gruppen abzutheilen. Indiesem Falle ist die Hauptgruppe in den Vordergrund an diebedeutendste Stelle zu setzen, die. übrigen Gruppen aber habennach Verhältniß ihrer Wichtigkeit angemessene Stellen zu er-halten. Jede Gruppe aber, selbst die entfernteste, muß so ge-halten seyn, daß ihre Beziehung zu dem Ganzen unverkenn-bar ist, und si« als ein wesentlicher und nothwendiger Theil desGanzen erscheinet. In jeder Gruppe aber müssen wieder dieHaupttheile vorzüglich ins Licht gestellt, und die Nebensachenuntergeordnet nach ihrer Beziehung behandelt werden.

102 .

Die unterste Stufe der Mahlerey ist die Darstellung leb-loser Gegenstände; sie erzeugt die Gemählde des Stilllebens.Bey diesen Gemählden ist die Form das Vorzüglichste. Durcheine ausgezeichnete. Behandlung von Licht und Schatten alleinkönnen diese Werke einen Schein von Schönheit erlangen; siesind jedoch keineswegs eigentliche Kunstwerke.

103.

Eine höhere Stufe ist die Frucht- und Blumenmahlerey,in welcher schon ein hoher Grad des Colorits herrschet, wel-ches bey zweckmäßiger Auswahl und Zusammenstellung zu einemästhetischen Effecte dienen kann, wenn die Blumen mit ihrenFarben eine symbolische Bedeutung erhalten, und zum Aus-drucke eines angeregten Gemüthes werden.

104.

Die Thiermahlerey, welche an sich ebenfalls keinen ästhe-tischen Werth hat, kann solchen erlangen, in so fern in demeinzelnen Thiere der Charakter der ganzen Gattung ausgedrücktwird. Das ästhetische Interesse dieser Werke wird gesteigert indem Verhältnisse, in welchem der ausgedrückt« Charakter anAnalogie mit dem menschlichen gewinnt.