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Die weiteren Erklärungen Kants: Schönheit ist Formder Zweckmäßigkeit eines Gegenstandes, so fern sie ohne Vor-stellung eines Zweckes an ihm wahrgenommen wird; dann:Schon ist, was ohne Begriff als Gegenstand eines nothmen-digcn Wohlgefallens erkannt wird, sind thcils zu enge dieSphäre des Schonen begränzend, rheils allzuweit für dieselbe;indem viele Dinge, von welchen wir wissen, was sie sind,und welchen Zweck sie haben, doch schon sind; und dagegenwieder nach diesen Grundsätzen viele Dinge als schön angesehenwerden müßten, welches sich keine Schönheit beylegen laßt.
2v.
Schönheit gehl hervor aus inniger Verbindung der Ideemit der Form. Das Ideale aber kann nur das Vollkommeneseyn. Ästhetische Vollkommenheit ist aber nicht das Vollkom-mene, das in sich Vollendete überhaupt, wie bereits gezeigtworden; sie muß daher »och besonderen Forderungen entspre-chen. Diese Forderungen müssen in der Natur des Menschenbegründet seyn, wenn anders das Schöne Anspruch aus Allge-meiiigülligkeit machen soll. Die Menschennatur zerfällt in diesinnliche, intellecruelle und sittliche. Jedem dieser Zweige mußdie Vollkommenheit, welche zur Schönheit erhoben werdensoll, entsprechen; das Schöne kann daher nur in dem Vereineder sinnlichen, intellectuellen und sittlichen Vollkommenheit,und die Schönheit also nur in dem Ausdrucke dieser vereintenVollkommenheiten bestehen.
2l.
Wenn gleich das Schöne an sich Allgenieingültigkeit habenmuß, so ist dieses doch keineswegs der Fall mit dem Schönenim Einzelnen, da den Künstler seine eigene Natur, die Be-schaffenheit der besonderen Objecte seiner Behandlung, unddie Gränzen der verschiedenen Künste selbst aus eine bestimmteWeise beschränken, und da die Beschauenden, welche überein Kunstwerk sich aussprechcn, auf die verschiedensten Slu-