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ren Zeit, noch beybehalten, entspricht ebenfalls dem Wesender Kunst nicht, denn der wahre Künstler muß Selbstschöpferseyn, und die Nachahmung geradezu verschmähen. Durch Nach-ahmung würden auch nur Formen gewonnen; die Form alleinaber verleihet einem Werke keinen ästhetischen Werth; sie wirderst schön durch die Idee, welche sie belebet. Auch finden sichviele Dinge in der Natur, welche nicht als schön erkannt wer-den, und daher auch nachgeahmt, nicht als Schönheit geltenkönnten. Einige verfielen daher darauf, die Zusammenstellung'der in der Natur zerstreuten Schönheiten als oberstes Kunst-gesetz anzunehmen. Allein auch dieser Satz widerstreitet derFreyheit und Selbstschöpfung des Künstlers, und ist für dieSphäre der schönen Künste zu enge, indem nicht allen schönenKünsten und ihren Formen die Befolgung desselben durchge-hends möglich ist. Auch kann aus einer Zusammensetzung, wenngleich schöner Formen, doch nie ein Werk'entstehen, welchesAnspruch auf Schönheit machen könnte, da dasjenige, wodurchein Werk schön ist, nicht bloß Form ist. Endlich erging dieForderung an den Künstler, die Natur zu übcrtreffen, sie zuidealisiren; allein auch dieser Grundsatz genügt nicht, weil erauf ein höheres Princip hindeutet, und den Künstler auf LasSelbstschaffen verweiset.
16.
Das Charakteristische der Kunst ist die Schönheit; ihrWesen ist eins mit dem eines jeden wahrhaften Kunstwerkes.Nur durch freye Selbstrhätigkeit des Künstlers, nur durchinnige Verschmelzung der Idee mit der Form tritt sie hervor,zu keinem Zwecke außer sich, nur ihrer selbst wegen. Dasoberste Gesetz der Kunst ist daher freye Darstellung des Schö-nen wegen seiner eigenen Wesenheit.
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Schönheit wurde von den Kunstlehrern durch lange Zeitals Einheit im Mannigfaltigen erklärt. Allein dieser Begriff