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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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entwickeln vermag; ein lichtvoller, besonnener Verstand, wel-cher den Reichthum des Stoffes, den die Phantasie liefert,ordnet und verkettet; ein reizbares Empfindungsvermögen,durch die Gegenstände leicht und tief angeregt zu werden;endlich ein feiner Beobachrungsgeist, welcher der Phantasie dieMittel zu weiteren Schöpfungen an die Hand gibt.

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Das Genie beurkundet sich durch den lebhaften Dran^und durch die vorwaltende Kraft, neue Schönheits-Ideale zurealisiren. Mir hohem Interesse umfaßt es alles, was ihmGelegenheit zur Thärigkeit und Kraftäußerung darbiethet, undgehr kalt an dem vorüber, was keinen Bezug auf seine Wirk-samkeit nimmt. Es verschmäht die Nachahmung, und setzt sichüber den Zwang allzu beschränkter Regeln hinweg; in seinereigenen Natur die ewigen Regeln besitzend, welchen es folgt,ohne im Augenblicke des Schaffens derselben sich deutlich be-wußt zu seyn. Mit Beharrlichkeit hält es sein Ideal im Auge,suhlt durch Schwierigkeiten sich nicht abgehalten, die Reali-sirung desselben zu bewirken, und ruhet nicht, bis dieser Zweckerreicht.ist.

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Jedes Genie hat Eigenthümlichkeiten, durch welche essich von anderen auf eine charakteristische Weise unterscheidet.Äußere Umstände, wie z. B. Beschaffenheit des Landes, dasClima, die Religion, das Volk, das Zeitalter, in welchesdas Genie sich gestellt findet, haben hierauf Einfluß; undüverhaupl offenbaret das Ewige sich im Einzelnen immer aufverschiedene Weise.

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Das Genie schlummert, so lange es nicht zum Gefühleseiner Kraft gelangt; es bedarf der Einwirkung von Außen.Diese ergibt sich gewöhnlich durch die Betrachtung genialer