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2 (1824) Bibliothek der Humanitäts-Wissenschaften zur Selbstbildung für Jünglinge von reiferem Alter : philosophische Wissenschaften
Entstehung
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kommenheit sogleich werkthätig erweisen. Talente bestehen inhöherer Energie bestimmter Seelenvermögen/ vorzüglich inHinsicht auf das Geschicke zur Ausführung bestimmter Geschäfte,aber keineswegs in der Fähigkeit zum Erfinden und Selbst-schaffen, welche doch eigentlich das Genie vorzugsweise bezeich-net. Ein hoher Grad der Anlagen, durch Fleiß gesteigert, führtzur Virtuosität, doch ebenfalls nur in Hinsicht auf das Mecha-nische ; die Verwirklichung eigener Ideale bleibt immerhin dem^Genie allein Vorbehalten. Der Ausdruck Kopf ist allzu unbe-stimmt; er kany wohl auch das Genie bezeichnen, wird abergewöhnlich als Stärke der höheren Seelenkräfre gebraucht, in-dessen das Genie die höheren und unteren Seelenvermögen aufgleiche Weise umfaßt.

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Das Genie des Künstlers strebt nach der Idee des Scho-nen, hält diese fest, und stellt sie unseren Sinnen anschaulichdar. Phantasie und Gemüth in inniger Vereinigung, einvorzüglicher Grad sämmtlicher Geisteskräfte, erhebt es zum reinenSchönheits-Ideale. Nach den verschiedenen Formen, zu wel-chen das Genie sich hinneigt, erhält es die Benennungen despoetischen, musikalischen, plastischen Genies u. s. w.

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Da das Kunst-Genie überhaupt in der Kraft der Ver-wirklichung ästhetischer Ideale besteht, so ist demselben durch-gehends Originalität nicht abzusprechen. Im strengsten Sinnewird jedoch Original-Genie nur dasjenige genannt, welchemStoff und Form der Darstellung, so wie die Form des Dar-gestellten gleich eigenthümlich angehören.

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Die hervorstechendsten Grundvermögen des Kunst-Geniessind: eine leicht anzuregende, feurige, bilderreiche Phantasie,welche aus einer Idee eine Reihe anderer schnell und leicht zu