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haben. Niemand schaffe ohne Berufe vergebens werden Kunst-regeln aufgebothen, wenn die Muse zürnt: es wird stets nurdas Unnatürliche, Harte, Gezwungene an das Licht treten.Die Ideen, welche der Künstler darstellt, müssen von ihmwehr gesunden, als erfunden seyn; sie müssen sich ihm gleich-sam selbst darbiethen, denn nur auf diese Weise wird Außer-ordentliches erscheinen. Darin liegt auch die Würde und jeneHeiligkeit der Kunst, welche schon in den ältesten Zeiten ge-priesen wurde.
4 .
Kunstwerke sind an die Form gebunden; doch inhaltleereFormen haben keinen ästhetischen Werth. Der Gedanke ist es,der die Form belebet, die Form ohne Idee ist ein Körper ohneGeist. Nur da, wo Wesen und Form sich innig vereinigen undverschmelzen, ist Schönheit. Der Künstler muß daher nebst derWissenschaft des Schaffens auch einen großen Geist, reich anästhetischen Ideen, besitzen; mit der Kunst muß Poesie ver-bunden seyn; Schaffung und Versinnlichung der Ideen mußder Künstler mit gleicher Kraft leisten können. Jeder Künstlermuß daher zugleich Dichter seyn, er mag was immer für einMittel der Mirtheilung gebrauchen.
5 .
Die erzeugende Kraft im Künstler, welche das Außeror-dentliche schafft, wird Genie genannt. Nach angestammten,zu hoher Klarheit entwickelten Gesetzen wirkt diese Kraft urbild-lich, in innigster Vereinigung der Kunst und Poesie, Werkebildend, die als ewige Muster bestehen, ohne darauf berechnetzu seyn.
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Von dem Genie sind Anlagen, Talent, Virtuosität,und selbst dasjenige, was man Kopf zu nennen pflegt, wohlzu unterscheiden. Anlagen sind Fähigkeiten zu Erlangung ge-wisser Vollkommenheiten; das Genie muß die größte Voll-