abends den jungen Eysoldt zu, Sohn jener Gertrud Ey-soldt, die in meiner Jugend als Wedekinds Lulu bei Rein-hardt so unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht.Die jungen Leute erbaten eine Vorlesung, und ich lasvon Adrians Ärzten und aus seinem Gespräch mit demTeufel. Die Unterhaltung hernach kam auf Hugo Wolfund wie er sich (was mir neu war) bei einem einmaligenBesuch im Bordell, von einem Mädchen, das sein dortklavierspielender Freund ihm abgetreten, die «Franzosen»geholt. —
Der Neujahrstag 47, an dem ich morgens das Kanta-tenkapitel, noch unrichtig, abschloß, brachte mir einewahre Herzensfreude. Ich hatte einige Tage vorher anErika die ihr noch unbekannten Teile des Manuskripts,wohl zehn Kapitel, zur Kontrolle nach New York ge-schickt und fand nun bei der Rückkehr vom Spaziergangzu meinem gelinden Schrecken die Meldung von einemTelegramm vor, «not to be telephoned». Es wurde ge-holt und lautete: «Read all night. Shall go into newyearreddened eyes but happy heart. Wondering only how onearth you do it. Thanks, congratulations etc.» Wie lä-chelnd saß diese so charakteristische Äußerung des treu-en Kindes um mein Herz! Ich hatte wohl gewußt, daßsie über Echo weinen würde; es war aber dabei, wie siemir bald erzählte, viel lebenskomischer zugegangen, alsich es mir gedacht. Sie hatte sich nämlich, dem Jahres-wechsel zu Ehren, nach durchlesener Nacht in die Pflegeeines «beauty shop» begeben, und nachmittags, beim Le-sen der Echo-Kapitel, war das ganze kunstvolle make-up,Wimperntusche und alles, von Tränen verschwemmt,ihr schwärzlich übers Gesicht geflossen. — Die inner-
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