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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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verloren gewesen, in Joels Nietzsche und die Romantik, ausdem ich als Jüngling viel gelernt, und das ich antiqua-risch wieder erworben hatte. Dieterles waren eben ausEuropa, aus dem zerschmetterten Deutschland zurückge-kehrt, schilderten das Elend, den Übelgeruch von Städtenund Leuten und berichteten bitter von dem Wohllebender in Lagern verwahrten SS.-Mannen, deren Verpfle-gung der amerikanischen gleichgestellt war, und dieSonnenbäder nahmen. Der Weihnachtsabend entbehrteder Enkelkinder diesmal; wir telephonierten mit Erikaund Klaus in New York, mit den Kindern in Mill Valley,mitFrido. Die «Neunte Symphonie» erklang, sehr passendzu meiner Beschäftigung, beim Abendkonzert. Nie hatteich das Scherzo und das Adagio mehr bewundert — undbrachte wieder einmal keine Liebe auf für den verzettel-ten letzten, den Variationensatz. Ich arbeitete an dem Ro-man jeden Vormittag und las Dostojewskys Aus einemTotenhaus wieder durch in den letzten Tagen des Jahres.Es regnete schwer. Das Treiben des «Committee on Un-American Activities», das sich eben gegen die offenbarkommunistisch verseuchte Library of Congress wandte,bedrückte und empörte mich. Dr. Hermann Rauschniggund seine Frau waren kurz vor Jahresende bei uns zumAbendessen. Das Gespräch war politisch: Nach seinerMeinung waren die Deutschen als Volk nicht mehr mög-lich; was bleibe, sei der Deutsche als Individuum. Wün-schenswert schien ihm eine europäische Föderation mitEinschluß der deutschen Einzelländer unter Verzicht aufden Reichsnamen. — Zu Sylvester, einem hellen, win-digen Tag, war ich mit dem XLVI. Kapitel noch im-mer nicht völlig zu Rande gekommen. Golo führte uns

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