gen in der Auflösung des Haushalts, bei gepacktenKoffern,erfuhr ich erst später. Meine Gedanken beschäftigten sichviel mit dem nun Verewigten, mit unseren zahlreichen Be-gegnungen, die gelegentlich, in Bozen und auf Hiddensee,zu einem Zusammenleben unter demselben Dache wur-den, — mit dem grundeigentümlichen, skurrilen teils undteils auch immer ergreifenden, tief gewinnenden, zu Liebeund Ehrfurcht anhaltenden Erlebnis seiner Persönlich-keit. Zweifellos hatte sie etwas Attrappenhaftes, bedeut-sam Nichtiges, diese «Persönlichkeit», hatte in ihrer gei-stigen Gebundenheit etwas von steckengebliebener, nichtrecht fertig gewordener und ausartikulierter, maskenhaf-ter Größe, also daß man, sonderbar gebannt, stundenlangan den Lippen des gebärdenreichen Mannes im schloh-weißen Haar hängen mochte, ohne daß bei der Sacheirgendetwas «herauskam». Und doch kam unter Umstän-den etwas zwar vielleicht sehr Einfaches, aber durch diePersönlichkeit eigentümlich ins Relief Getriebenes undzu neuer und starker Wahrheit Erhobenes heraus, dasman nie wieder vergaß. Eines Abends in Hiddensee, esmag der Sommer 23 gewesen sein, hatte er uns auf seinemZimmer (seine Sekretärin, die Jungmann, war auch dabei)aus seinem Till Eulenspiegel-Epos vorgelesen, den unheim-lichen Gesang, worin die Sonne aufzugehen versäumt,und nach einigem Gespräch darüber forderte er mich auf,nun etwas aus dem Zauberberg mitzuteilen, in dessen drit-tem Viertel etwa ich damals stand. Ich wehrte ab. Es wi-derstand mir ehrlich, zu lesen, nachdem er gelesen hatte,und ich sagte es. Nun geriet er in Bewegung. Es dauerteeine Weile, bis er hervorbrachte, was in ihm arbeitete.Voran gingen pantomimischer Widerspruch, Gesten,
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