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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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war nichts überraschend und nichts unglaublich. Aberdie Erregung war groß, und eine deutsche, mit einemamerikanischen Gelehrten verheiratete Frau unserer Be-kanntschaft mochte sich tagelang vor Scham nicht inGesellschaft, kaum auf der Straße sehen lassen. Das Of-fice of War Information verlangte eine Äußerung vonmir, und ich gehorchte mit einem Artikel Die Lager,der, wie das Amt mir später meldete, gewaltige Verbrei-tung fand.

Bei alldem, unter einem Sturz wilder Ereignisse, demtäglichen Hagel abenteuerlicher Meldungen Mussolinigefangen und kläglich gerichtet; Berlin gänzlich in russi-scher Hand, auf der Reichstagskuppel die Sowjetfahne;gehäufte Selbstmorde unter den Nazibonzen, die nunihre vorsorglich verteilten Blausäure-Kapseln zerbissen;Hitler und Goebbels tot und verkohlt, und die englischePresse zitierte: «The day is ours, the bloody dog is dead» hatte ich, um den Ausdruck des Tagebuchs zu gebrau-chen, den Roman «wieder geschultert» und schriebsogar «fließend» am XXVI. Kapitel, der InstallierungAdrians in Pfeiffering,tat es auch an dem siebenten Mai-tage, dessen Eintragung lautet: «Kapitulation Deutsch-lands erklärt. Die unbedingte Übergabe unter Anrufungder Generosität der Sieger unterzeichnet... Ist dies nunderTag, korrespondierend mit jenem vor Zwölfjahren,alsich diese Serie täglicher Aufzeichnungen begann, einTag der Erfüllung und des Triumphes? Es ist nichtgerade Hochstimmung,was ich empfinde. Mit Deutsch-land wird dies und das aber nichts in Deutschland ge-schehen. Die Gehässigkeiten einer gewissen Landsmann-schaft hier, eben dieser Überzeugung wegen, tragen das

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