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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Zum zweitenmal Mutter geworden, und wir verbrachtenzweiWochen, die in den April reichten, in Chicago. BeiSchneetreiben und Dunkelheit suchte ich in unserem Ho-tel am See das laufende Kapitel zu fördern und sorgtenebenher für eine neue deutsche Sendung es war dieüber die Luft-Bombardements und über die damit gestell-te Gewissensfrage. Die deutsche Ausgabe von Joseph, derErnährer-war kürzlich erschienen,und Bermann versorgtemich mit einer Menge Schweizer Besprechungen des Bu-ches, pro und contra. Solch Massenkonsum öffentlicherÄußerungen über ein zurückgelegtesWerk ist verwirrend,erhitzend und äußerst fruchtlos. Dankbar gewiß für eingutes, gescheites Wort, wie es hie und da unterläuft überein nach seinem Wert und seinen Gebrechen nur zu wohlBekanntes, schämt man sich der Begierde, mit der mandem ungesunden Genüsse frönt, und nur stärker ist nach-her das Verlangen, in neuen Dingen zu leben. Ich gingdem Werbe-Motiv bei Shakespeare weiter nach, las Maßfür Maß, dann Flauberts Saint Antoine mit Staunen überden polyhistorischen Nihilismus des großartigen Werks,das im Grunde auch nur ein phantastischer Katalog allermenschlichen Dummheiten ist. «Der Irrsinn der religiö-sen Welt, lückenlos vorgeführt, und zum Schluß danndas Antlitz Christi ? Fragwürdig.» Iwan KaramasowsTeu-felsvision gehörte auch zu meiner Lektüre von damals.Ich las die Szene mit der distanzierten Aufmerksamkeitnach, mit der ich Salambo wieder durchgegangen war, be-vor ich den Joseph zu schreiben begann.

Nach Hause zurückgekehrt, empfingen wir die Nach-richt, daß auch Bruno Frank unterdessen einen schwerenHerzanfall erlitten hatte und noch das Bett hütete. Die

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