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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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und Konvenienz. Auch diese Gedanken waren mir inAdornos Manuskript als «eigentümlich» vertraut entge-gengetreten, und zu der welches Wort wähle ich ?Gemütsruhe, mit der ich sie meinem Stotterer variierendin den Mund legte, habe ich nur folgendes zu sagen: Nacheinem langen geistigen Wirken geschieht es sehr häufig,daß Dinge, die man voreinst in den Wind gesät, von neue-rer Hand umgeprägt und in andere Zusammenhänge ge-stellt, zu einem zurückkehren und einen an sich selbst unddas Eigene erinnern. Ideen über Tod und Form, das Ichund das Objektive mochten dem Verfasser einer fünfund-dreißig Jahre zurückliegenden venezianischen Novellewohl als Erinnerungen an sich selbst gelten. Sie mochtenin der philosophischen Schrift des Jüngeren ihren Platzbehaupten und daneben ihre funktionelle Rolle spielenin meinem Seelen- und Epochengemälde. Ein Gedankeals solcher wird nie viel Eigen- und Besitzwert habenin den Augen des Künstlers. Worauf es ihm ankommt,ist seine Funktionsfähigkeit im geistigen Getriebe desWerkes.

Es war gegen Ende September 43, und ich arbeiteteschon am IX. Kapitel, ohne mit dem VIII., den Kretzsch-mar-Vorträgen, wie sie damals Vorlagen, zufrieden zu sein,als ich Adorno, nach einem Abendessen bei uns, diesesVIII. zu hören gab. «BeiTische über Einzelheiten derMu-sik-Philosophie. Nachher Lesung des Kapitels der Vor-träge. Intimität mit der Musik rühmend bestätigt. Ein-wände im einzelnen, denen teils leicht, teils schwerlichRechnung zu tragen ist. Im ganzen zur Beruhigung ge-dient.» Sie hielt nicht vor, diese Beruhigung. Die näch-sten Tage gehörten wieder der bessernden, reinigenden,

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