stand, als, am n. Februar, der Tag sich zum zehntenMale jährte, an dem wir — es war unser Hochzeitstag —München mit leichtem Gepäck verließen, ohne zu ahnen,daß wir nicht wiederkehren würden. In nicht ganz zweiMonaten, einer für meine Arbeitsart kurzen Frist, schriebich fast ohne Verbesserungen, die Geschichte nieder, der,zum Unterschied von der quasi-szientifischen Umständ-lichkeit des Joseph, ein Frisch-darauf-los-Tempo an-geboren war. Während der Arbeit, oder vorher schon,hatte ich ihr den Titel Das Gesetz gegeben, womit nichtsowohl der Dekalog, als das Sittengesetz überhaupt, diemenschliche Zivilisation selbst bezeichnet sein sollte. Eswar mir ernst mit dem Gegenstände, so scherzhaft dasLegendäre behandelt und soviel voltairisierender Spott,wiederum im Gegensatz zu den Joseph- Erzählungen, dieDarstellung färbt. Wahrscheinlich unter dem unbewuß-ten Einfluß von Heines Moses-Bild gab ich meinem Hel-den die Züge — nicht etwa von Michelangelos Moses,sondern von Michelangelo selbst, um ihn als mühevollen,im widerspenstigen menschlichen Rohstoff schwer undunter entmutigenden Niederlagen arbeitenden Künstlerzu kennzeichnen. Der Fluch am Ende gegen die Elenden,denen in unseren Tagen Macht gegeben war, sein Werk,die Tafeln der Gesittung, zu schänden, kam mir vomHerzen und läßt wenigstens zum Schluß keinen Zweifelan dem kämpferischen Sinn der übrigens leicht wiegen-den Improvisation.
Am Morgen nach diesem Abschluß erst räumte ich dasgesamte mythologisch-orientalistische Material zum Jo-seph, Bilder, Exzerpte, Entwürfe, verpackt beiseite. DieBücher, die ich zum Zwecke gelesen, blieben, eine kleine
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