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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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höchst aufgeweckt, gesellschaftlich begabt und rasch vonRede, beherrschte bei Tisch die Unterhaltung. Nachheraber hatte ich Gelegenheit, dem Botschafter meine Be-wunderung auszudrücken für seine politische Haltungund Tätigkeit vor dem Kriege, seine Reden im Völker-bund, sein Bestehen auf die Unteilbarkeit des Friedens.Immer sei er der einzige gewesen, der die Dinge beiihrem rechten Namen genannt, der Wahrheitleider ver-gebens zum Wort verholfen habe. Er dankte mir miteiniger Melancholie. Seine Stimmung schien mir ehermoros und bitter, was nicht allein auf die furchtbarenPrüfungen,Opfer und Leiden zurückzuführen sein moch-te, die der Krieg seinem Lande auferlegte. Mein Eindruckwar, daß man ihm seine Sendung als Mittler zwischen Ostund West so schwer wie möglich mache, ja, daß seinesBleibens auf dem Botschafterposten in Washington kaumlange mehr sein werde.

In gesellschaftlich freien Stunden suchte ich das lau-fende Kapitel von Joseph, der Ernährer, eines der letztenschon, das Kapitel der Segnung der Söhne, vorwärtszu-treiben. Was mir aber auffällt und mich geheimnisvoll an-mutet, ist die Lektüre, mit der ich mich auf dieser Reise,in Zügen, Abendstunden, Ruhepausen, abgab, und die,entgegen meiner sonst gepflogenen Lese-Hygiene, in garkeinem Zusammenhang mit meiner aktuellen Beschäfti-gung, noch mit der nächstvorgesehenen stand. Es warendie Memoiren Igor Stravinskys, die ich «mit dem Blei-stift», das heißt mit Anstreichungen zumWiedernachlesenstudierte; und es waren zwei mir längst bekannte Bücher,Nietzsches Zusammenbruch von Podach und die Erinnerun-gen der Lou Andreas-Salome an Nietzsche, die ich in

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