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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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hast dagesessen und geduldig Alles abgewartet. Aberdarum bist du doch ein Kameel, Thilda, das nimmmir nicht übel. . ."

Oh, Tony?" sagte Klothilde lächelnd.

Es thut mir leid, daß ich mich von Christiannicht verabschieden kann," sagte Gerda, und so kamdie Rede auf Christian. Es war wenig Aussichtvorhanden, daß er je aus der Anstalt, in der er saß,wieder hervorgehen würde, obgleich es wohl nichtso schlimm mit ihm stand, daß er nicht hätte inFreiheit umhergehen können. Aber seiner Gattinwar der gegenwärtige Zustand allzu angenehm, siewar, wie Frau Permaneder behauptete, mit demArzte im Bunde, und voraussichtlich würde Christianseine Tage in der Anstalt beschließen.

Dann entstand eine Pause. Leise und zögerndwandte das Gespräch sich den jüngst vergangenenEreignissen zu, und als der Name des kleinen Johanngefallen war, ward es wieder stumm in der Stube,und nur den Regen vorm Hause hörte man stärkerrauschen.

Es lag wie ein schweres Geheimnis über Hannosletzter Krankheit, die in außerordentlich schrecklicherWeise vor sich gegangen sein mußte. Man blicktesich nicht an, während man, gedämpften Tones, inAndeutungen und halben Worten davon sprach. Unddann rief man sich jene letzte Episode ins Gedächt-nis zurück... den Besuch dieses kleinen, abgerisse-nen Grafen, der sich beinahe mit Gewalt den Wegzum Krankenzimmer gebahnt hatte. . . Hanno

Mann, Buddenbrooks. II. 35